MET – One drink to rule them all (experiment)

Met

Ich mag Met. Dieses  Honigweingetränk, das man auf Mittelaltermärkten bekommt, ja vielleicht sogar auf Ab-Hof Messen und Bio-Märkten, aber recht durchgesetzt hat es sich leider nicht. Diese Tatsache und der Grund, dass selbst-produzierter Met natürlich auch viel cooler ist, hat mich dazu bewogen mich mit der Frage auseinanderzusetzen, ob ich meinen nächsten Met nicht einfach selbst produziere.

Von der Geschichte (55 Sekunden Wissen)..

Met bedeutet in der deutschen Form eigentlich nichts anderes als Honig. Um genau zu sein stammt es vom indogermanischen Wortstamm ‚medhu-* ab und findet sich so auch im Dänischen bis Indischen Sprachgebrauch wieder. Wie immer haben es aber eigentlich die Ägypter entdeckt, weil die ein Honig/Wasser-Gemisch auch zur Konservierung verwendet haben. Irgendwann hat das dann gegärt, tataaa fertig war der erste Met. Durch die berauschende Wirkung wurde das Getränk in der germanisch/nordischen Mythologie dann zum Geschenk der Götter und entsprechend viel getrunken. Heute hat Met leider keinen so hohen Stellenwert mehr.

.. zum eigenen Met

Naja, gesagt getan, ein eigener Met muss her.

Im Internet kursieren die verrücktesten Rezepte um Met und Buch wollte ich mir eigentlich keines kaufen, also hab ich mal alle Sachen zusammengesucht die ich gefunden hab, die Information dividiert und gehofft alles verstanden zu haben.

Mein erster Versuch ist kläglich gescheitert. Ich hatte eine 1,5 Liter PVC-Flasche, Honigwasser und Hefe vom Spar. Nach drei Wochen vor sich hin „blubbern“ hab ich es dann gelassen. Das ganze Getränk war leider ungenießbar und besser wurde es auch nicht. Leider.

Ok, das Learning daraus war also: Met kann man nicht mal einfach so nebenbei machen. Mein Drang einen eigenen Met zu machen war jedoch ungebrochen. Also hab ich das ganze gleich einmal auf das nächste Level gehoben:

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Ich hab mir also einen Gärballon (dort wo vergärt wird) und einen Gärspund (das Ding da auf dem Gärballon, das es schafft, dass Sauerstoff im Gärballon zu Kohlendioxid verarbeitet werden kann, aber kein neuer Sauerstoff rein kommt) gekauft. Weiter ging es mit der richtigen Hefe. Das Problem bei einer Hefe aus dem Supermarkt ist, dass die erstens gar nicht richtig in dem Umfeld eines „Mets“ aufwachsen kann und auch nie so viel Alkohol-Prozent zusammenbekommen wie eine zb. Sherry-Hefe. Ziel ist ja unter anderem 12-16% Volumenprozent Alkohol.

Dazu braucht man natürlich neben einen Umfüll-Behälter, wenn man den Met von der Hefe abzieht auch jede Menge Zutaten. Also war ich wieder einmal einkaufen.

Zutaten für 20 Liter Met:

5 Gramm Hefe

4 Gramm Nährsalz

4 kg Honig (fürs Erste, ohne Nachzuckern)

15 Liter Destilliertes Wasser (Für den Geschmack)

5 Liter trüben Apfelsaft (Für den Zucker und zur Unterstützung der Gärung)

Ich habe auf Antigel (da ich keine ganzen Apfelstücke hinein gegeben hab) und die Einstellung auf einen Säurewert, mit Hilfe von Milchsäure und Zitronensäure, von 6,5 verzichtet da ich der Meinung bin, dass es auch ohne diese Zusatzstoffe gehen muss (drückt mir die Daumen!).

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So schaut sie aus meine Trocken-Hefe
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20 Minuten in 35° heißen Wasser sollte sie wieder aktivieren
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Erinnert mich irgendwie an die Urzeitkrebse vom Yps Magazin
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Da fließt der Honig rein

 

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So schaut das Gemisch nun aus.. ich hoff das wird noch besser (:

Naja, das ganze ist nun auf jeden Fall in dem Gärballon eingeschlossen, innerhalb von 24-48 Stunden soll sich nun ein Gärprozess einstellen. Ich hoffe auf das Beste!

Eine Live-Berichterstattung mit Details wird es dann im Frucht- und Honigweinforum razyboard.com geben.

 

Und das ist das Endprodukt, falls jemand verkosten vorbeikommen will (:

Der fertige Met

Food is better than sex

Zumindest in Frankreich.

© Nespresso/Constantin Fischer

Aber jetzt mal ehrlich, wer hat da eigentlich einen Durchblick mit den Hauben von Gault Millau oder den Sternen von Micheline. Ich hatte auf jeden Fall keinen. Aber wie der Zufall so will, hab ich mich nun ein wenig damit beschäftigt und es ist gar nicht so uninteressant. Es bräuchte nur einfach einmal einen Dan Brown der guten Küche, der ein eigentlich kompliziertes Thema (so wie die Kirche) in einer auch spannende Geschichte (sowas wie die Illuminati) verpackt. Ja in den Kreisen geht es genau so zu wie in der Kirche. Nur interessiert das einen Normalsterblichen, welcher keine 100€ für ein Essen ausgeben will (ohne Weinbegleitung!), nicht wirklich.

Wie komme ich nun eigentlich drauf?

Da ich ja vor kurzem erst Geburtstag hatte, wollte ich einmal richtig gut essen gehen. Ich wurde zu einem wirklich tollen Essen von meiner Familie eingeladen. Und zwar hat das ganze im Rahmen der Nespresso Gourmet Weeks stattgefunden. Wait .. what?

Richtig gelesen, Nespresso (die George Clooney Kaffeemarke) veranstaltet einmal im Jahr für eine bestimmte Zeit ein Gourmetessen zu einem Fixpreis.

Mittagsmenü (2 Gänge)
EUR 13,- für 1 Hauben Restaurants
EUR 18,- für 2 Hauben Restaurants
EUR 23,- für 3 Hauben Restaurants
EUR 28,- für 4 Hauben Restaurants

Abendmenü (3 Gänge)
EUR 23,- für 1 Hauben Restaurants
EUR 33,- für 2 Hauben Restaurants
EUR 43,- für 3 Hauben Restaurants
EUR 53,- für 4 Hauben Restaurants

Aus der Aktionsbescheibung:

[..] Im Rahmen der Nespresso Gourmet Weeks haben Sie die Möglichkeit, in mit einer bis vier Gault Millau Hauben ausgezeichneten Restaurants kulinarische Spitzenleistungen mittags und abends zu einem sensationellen Angebot kennenzulernen und zu genießen [..] Zum Abschluss dieses kulinarischen Erlebnisses wird ein im Preis inkludierter Nespresso Grand Cru gereicht, denn ein perfektes Kaffeeerlebnis komplettiert einen gelungenen Restaurantbesuch. [..]

Richtig gelesn, du wirst du zu einem Nespresso Grand Cru eingeladen. Zur Information: Grand Cru ist eigentlich die Bezeichnung für Wein aus der besten Lage. Also das ist dann der Kaffee aus der besten Lage.. oder so…

Ich hab auf jeden Fall nicht schlecht gestaunt wie ich da draufgekommen bin. Ich muss auch gestehen, ich kannte die Aktion bis jetzt nicht, aber kann sie jedem nur empfehlen. Man bekommt tolles Essen zu einem leistbaren Preis und vor allem für alle Herren, dass ist echt DIE GELEGENHEIT eure Damen zu beeindrucken mit einem guten Essen. Am besten einfach auf die Homepage von gourmetsweeks schauen, die Aktion ist in ganz Österreich und dauert noch bis 17. April.

Aber nun eigentlich zum Thema das ich ganz am Anfang angeschnitten hab und auch in meiner (Sub)Überschrift anschneide. Am 18. April werden wieder die 50 besten Restaurants der Welt im Ranking von San Pellegrino preisgegeben und wie ich gerade im Standard.at gelesen habe, ist der Sieges dieses Jahr ein Restaurant in Paris mit dem Namen Le Châteaubriand. (Falls jemand vorbeischauen will: 129 avenue Parmentier, Paris 75011, Tel.: +33 1 01 43 57 46 95)

Und warum ist das nun besonders? 1. Es ist klein 2. Das Menü kostet dort (derstandard.at schreibt) läppische 50€ 3. Es gibt keinen Grand Cru (das haben wir vorher schon gelernt was dass heißt) 4. Das Essen soll umwerfend sein..

Spekuliert wird nun, ob die Gourmetkritiker wirklich so „unabhängig“ sind und ob sie einfach die Nase voll hatten von Küche nach Maß oder ob sie einfach provozieren wollen und dem Ranking einfach nur einen frischen Wind mitgeben wollen.

Auf jeden Fall finde ich ist es ein spannendes Thema und ich würde mich gerne viel mehr damit beschäftigen.

Nun eine Frage an euch, was war euer bis jetzt „exquisitestes“ Essen? Ist euch sowas überhaupt wichtig?