Twitter Werbung(sversuche) in Österreich

Seitdem Twitter (leider) die Möglichkeit freigeschalten hat, dass (fast) jeder auf Twitter Werbung machen kann, kommt es in meiner Timeline zu immer mehr Versuchen den User in seiner gewohnten Scrollenden Umgebung aufzuhalten und seine Aufmerksamkeit an sich zu reißen. Dass diese Versuche mitunter in sehr seltsam anmutenden Sponsored Tweets endet kann man sich vorstellen.

Der anfängliche Ärger über die nervenden und oft nichtssagenden Unterbrechungen in meiner Timeline ist mittlerweile ein wenig Erheiterung gewichen, da man plötzlich die Möglichkeit hat, Jedermann/Frau bei ihren interessanten Werbeversuchen zu beobachten.

Die spannensten Geh-/Werbeversuche dokumentiere ich täglich, ein kleines Best-Of will ich Euch hier nicht vorenthalten. Viel Spaß beim grübeln und schmunzeln.

Der aktuelle Sieger @hmans, dem ich sogar einen eigenen Tweet gewürdigt hab. Kuchen hab ich bis heute noch keinen bekommen..
Christoph macht es auch, einmal sich vorstellen. Nur ohne Kuchen, dafür als Weltstaatsmann

 

Haha, einer meiner Lieblinge. Informatik Aktuell informiert, dass es hier Artikel und Nachrichten zu Informatik & IT gibt. Ich dachte schon, es geht um Kleidung.
Aristoteles zitieren hilft immer .. Hans ist sich sicher

 

Öm.. BMW, 1) Warum ist das so wichtig, dass man Werbung drauf schaltet und 2) ein doppel @@ bringt auch nicht mehr ;)
Ich hab nicht drauf geklickt und schlauer bin ich trotzdem nicht was hier beworben wird.. Aber die Frau hat sehr seltsames Lächeln..
Kirche? Grünen? Nein.. eine Bank, die mit Studien in Schriftgröße 6,5 belegt, dass Performance für Nachhaltigkeit spricht.
Die Autorevue versucht es gleich einfach mit einem Text alá Heftig.co
Glaube keiner Statistik die du nicht selbst gefälscht hast. Aber das Ebook ist ja schon mal gratis.
Hallo Frühlingsgefühle..
Meine Frage: Was sehen die Kinder da am Bildschirm? Die ultimative Lösung SSL doch noch zu fixen?
Der Tweet ist auf jeden Fall schon einmal sehr inspirierend..

 

Was ist ein #Pulp #Abenteuer und was soll der Hashtag #KindleUlimited?

 

Cool, teilweise sind die eBook auch kostenlos. Teilweise.

 

Na wenn ARC das sagt, wird es so sein.

 

Danke Carsten für die Info. Da drück ich sicher drauf. #not

 

Ello – Simpel, schön & werbefrei

So präsentiert sich das derzeit am meisten gehypte Social Network rund um den Amerikaner Paul Budnitz. Bereits seit einigen Wochen überschlagen sich die Berichte von einem neuen Facebook in allen großen Medienhäusern. Doch was steckt hinter dem Netzwerk Ello.co dem derzeit pro Stunde rund 4.000 neue User zuströmen?

Du bist nicht das Produkt

Das ist das Credo, welches sich auch im eigens angefertigten Manifesto wiederfindet. Die Gründer glauben an ein werbefreies Netzwerk, welche jedem die Möglichkeit gibt, unabhängig von Manipulationen von Werbetreibenden, die Macht von Social Media zu nutzen. Und dass ganze ohne, dass die gesammelten Daten an Ditte weiterverkauft werden.

Den User erwartet, nachdem er eine der begehrten Einladungen bekommen hat, ein sehr aufgeräumtes und schlichtes Design in schwarz-weiß. So simpel die Plattform auch gehalten ist, so übersichtlich sind auch die Funktionen die einem zur Verfügung stehen. Jemanden als Freund hinzufügen oder einfach nur folgen und einen Beitrag erstellen ist alles was derzeit auf Ello.co möglich ist.

Kommunikation auf einer werbefreien Plattform

Für Unternehmen ist diese Vorrausetzung eine spannende Situation, da sie sich in der Contententwicklung nun wirklich auf die Frage konzentrieren müssen, welche Inhalte tatsächlich für die Zielgruppe relevant sind. Ziel muss es sein, für den User soweit spannende Inhalte zu liefern, dass diese auch tatsächlich in ihr eigenes Netzwerk geteilt werden um eine entsprechende Reichweite zu erreichen.

Ist Ello für Unternehmen interessant?

Die Frage ist noch schwer zu beantworten. Auch Diaspora wurde vor 4 Jahren mit 200.000 Dollar durch ein Kickstarter-Projekt recht erfolgreich gestartet, hat nun jedoch kaum noch Relevanz für den Markt. Auch das Netzwerk App.net hat sich als Kurznachrichten-Dienst versucht und ist bis heute kaum mehr gewachsen.

Für experimentierfreudige Marken steht die Plattform bereits offen, eine langfristige Strategie kann jedoch erst dann erstell werden, wenn der erste Hype abgeklungen ist.

 

Veganer sind die schlimmsten Social Media Nutzer

Titelbild Vegan Raw Wrap

Ich war letzte Woche auf der BioFach in Nürnberg, der Weltleitmesse für Bio Produkte. Neben all den spannenden Neuvorstellungen im Bio-Segment, gab es auch einen Vortrag mit dem klingenden Titel „Bio im Social Web – Möglichkeiten und Fallstricke der Verbraucherkommunikation auf Facebook & Co.“. Ich als Social Web Interessierter hab mich natürlich gleich auf den Weg gemacht um den Worten jener zu lauschen die auf der Weltleitmesse für Bio Produkte ihr umfangreiches Wissen mit uns teilen wollen. Drei Stockwerke und zwei Zugangskontrollen weiter, hatte ich endlich Singapur (den Raum für den Vortrag) erreicht.

Auf der Bühne saßen neben Sina Trinkwalder, Gründerin von manomama auch Tina Schneyer von Alnatura, Gudi Butz vom Biolandhof Laiseacke, Birgit Husa von BIO-Hotels und Dr. Hanna Winkler von Mohrenfels welche gerade ihre Dissertation über Social Media geschrieben hat.

Angekündigt wurde vom Moderator Oliver Steiner, selbst bei Bioland, ein gemischter Vortrag aus vielen Insights der Beteiligten, aber auch den wissenschaftlichen Sichtweisen untermauert durch diverse Studien.

Vom Thema Strategie und dem Kunden…

Das leidige Thema Social Media Strategie war auch dieses mal wieder mit an Bord. Ich wundere mich immer noch, dass es Kommunikationsverantwortliche gibt, die stetig betonen, dass sie keine Strategie haben. Tina Schneyer von Alnatura erzählte uns von den 10 Mitarbeitern aus den verschiedenen Abteilungen, welche sich bei dem „Facebook-Dienst“ abwechseln, aber auf die Frage hin ob sie eine bewusste Strategie verfolgen würden verneinte sie dies sofort. Alle Beiträge bis auf den Donnerstag (Neue Produkte) werden ad hoc von den jeweiligen Mitarbeitern aus der Situation heraus gepostet. Diese Vorgehensweise (Strategie… – Anmerkung des Autors) würde sich auch in dem positiven Feedback (sowohl online als auch offline) der Kunden wiederspiegeln.

Sina Trinkwalder, deren Unternehmen manomama mittlerweile 100 Mitarbeiter hat, sprach sich auch von Anfang an gegen das Thema Strategie aus und meinte nur:“ Wenn ich poste, dann poste ich, wenn nicht dann nicht. Wenn auf Facebook einmal eine Woche nichts steht, dann ist das halt so.“ Spannender dahingegen fand ich ihre Ausführungen, dass Social Media derzeit der einzige Weg ist, um den Kunden auch einen Teil des Unternehmens werden zu lassen. Man kann sehr viel Verantwortung an den Kunden abgeben, wenn man das will und auch damit umgehen kann. Das Umfasst nicht nur Entscheidungen wie sich ein Unternehmen weiterentwickeln soll, sondern auch Entscheidungen ob es überhaupt Sinn macht sich in eine bestimmte Richtung weiterzuentwickeln.

… zum Shitstorm und den Veganern

Wie auf jedem Vortrag der sich mit Kommunikation im Social Web befasst, kippten wir dann auch recht schnell in das leidige Thema Shitstorm hinein. In der Bio-Branche nicht anders, haben alle Vortragenden bereits etwas mit dem Thema zu tun gehabt oder sich mit Phasen davon auseinandersetzen müssen. Nach ein paar unterhaltsamen Anekdoten über Trolle und Ähnlichem, stach Sina Trinkwalder plötzlich mit ihrer Aussage heraus:

„Ich weiß ich bin mutig, dass hier auf der BioFach zu sagen, aber ich sag euch ehrlich, Veganer sind die schlimmsten Social Media Nutzer!“

Dem Publikum war anzumerken, dass es nicht sofort einer Meinung war, vereinzelt gab es ein Murren zu hören, auf der anderen Seite auch verhaltenen Applaus. Mein Sitznachbar meinte nur:“ Veganer, das ist ja wie eine Religion und wir wissen, Religionen haben alle ein paar Spinner die uns das Leben schwer machen!“.

Tina Schneyer stimmte der Aussage sofort zu und erzählte noch von Wetten der Community auf „Ist das auch Vegan?“ Posts unter jeder neuen Produktvorstellung. Es war bei Alnatura sogar schon soweit, dass ein offizielles Statement auf Facebook verkündet wurde, Alnatura sei kein Veganer-Supermarkt.

Liebe, Ruhm & Geld

Den „wissenschaftlichen“ Abschluss versucht dann noch Dr. Hanna Winkler von Mohrenfels indem sie unter anderem die Motivationsgründe von Usern aufzählte, warum er sich im Netz aktiv beteiligt (Das war auch das einzige, was bei  mir hängen geblieben ist). Gelungen ist ihr das leider irgendwie nicht, was auch einen fahlen Beigeschmack hinterließ aber vielleicht lag es einfach auch nur an der Konstellation der Vortragenden.

tl;dr

Die Vortragenden konnten allesamt spannende Eindrücke und Blicke hinter die Kulissen der jeweiligen Bio- Firmen / Unternehmen / Betriebe vermitteln, insgesamt fehlte mir jedoch die Gesamtstruktur der Moderation, welcher aus dem geballten Wissen auf der Bühne sicherlich noch einiges mehr herausholen hätte können. Vor allem für Personen, welche gerade am Scheidewege zwischen Social Media Ja/Nein stehen, war der Vortrag eigentlich wenig zu gebrauchen, da der Rat: „Wenn du Spaß daran hast, mach es!“ wohl wenig bringt. Insgesamt war ich ein wenig verwundert darüber, wie vermeintlich „strategielos“ die Bio-Unternehmen im Social Web an die Sache rangehen und diese „Nicht-Strategie“ auch vehement verteidigen, obwohl jeder der beschriebenen Kommunikationswege sehr wohl eine Strategie hinterlegt wurde. Gerade im Bio-Segment ist das Informationsbedürfnis der Zielgruppe höher und somit das Dialogverständnis entsprechend besser als bei vergleichbar konventionellen Produkten und diese Potential gilt es im Social Web auch zu nutzen.

 

Titelbild Credits digiyesica CC BY NC

*Fillings include vegan cream cheese, avocado, carrots, cabbage, cucumber, lettuce, and „unstoppable love“